Frühere Kolumnen 2024
Peter Schwarz schreibt:
D i e P o l i t i k h a t C h a n c e n g e g e n ü b e r d e r A f D v e r t a n.
Das Jahr geht zu Ende. Auch für uns von Pulse of Europe und das Neuwieder Bündnis für Demokratie und Toleranz ist es Zeit zurückzuschauen. Ja, es war ein Erfolg mit dem wir seit Anfang des Jahres viele Menschen erreichen und mobilisieren konnten. 3000 waren es alleine am 3.2. auf dem Neuwieder Luisenplatz. Auslöser waren die skandalösen Remigrationsideen der AfD und weiterer rechtsextremer Kräfte. Der Protest der Menschen war authentisch, ehrlich und überzeugend. Viele haben zum ersten Mal an einer Demo teilgenommen und haben Haltung gezeigt, für unsere demokratischen Grundordnung und gegen die rechtsextremen Umtriebe der AfD.
Mehr bürgerliche Teilhabe kann es kaum geben, denn bundesweit waren Hunderttausende auf der Straße. In dieser Größenordnung eine Premiere für Deutschland und damit auch für Neuwied.
Trotz dieses überzeugenden Zeichens kann unser Resümee leider nicht positiv ausfallen. Was ist der Grund? Leider haben es die demokratischen Parteien nicht vermocht, den Protest der Straße in aktives politisches Handeln umzusetzen. Hatte man doch immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, die AfD inhaltlich zu stellen, wäre das hunderttausendfache Votum von Bürgerinnen und Bürgern eine solche Chance gewesen. Diese wurde leichtfertig vertan. Stattdessen hat andauerndes Parteiengezänk zu Verdrossenheit geführt. Genutzt hat dies nur einer Partei, der AfD. Es ist deshalb ein Skandal, dass die Rechtsextremen, nach deutlichen Verlusten Anfang des Jahres, in den Prognosen wieder Zuwächse verzeichnen. Die Verantwortung dafür tragen a l l e demokratischen Parteien. In unserem Resümee können wir den Parteien daher den bitteren Vorwurf nicht ersparen, es nicht geschafft, nicht gewollt, nicht gekonnt zu haben, g e m e i n s a m verfassungsrechtliche Schritte gegen die AfD anzustrengen. Sie wären von einer breiten Öffentlichkeit mitgetragen worden. Stattdessen eigennützige Parteipolitik, der kurzfristigen Erfolge willen. Worte aber keine Taten. Wenn wir als Aktive von Pulse of Europe und dem Neuwieder Bündnis von resignierten Menschen leider hören müssen, dass der bürgerliche Protest ja doch keinen Erfolg habe, dann deprimiert das auch uns.
Aber wir resignieren nicht. Auch vor der Bundestagswahl im Februar 2025 werden wir wieder aktiv sein und für unsere freiheitliche Grundordnung werben. Wir Bürgerinnen und Bürger haben allen Grund diesen Schatz zu verteidigen. Die Enttäuschung gegenüber den demokratischen Parteien aber besteht weiter.
Christoph Nitsche, Straßenhaus schreibt:
Wir waren Anfang September für zwei Wochen in der Normandie wo die Invasion der Alleierten, der sogenannte D-Day, am 6 Juni 1944 an den Stränden von Utah- und Omaha-Beach begann.
Man kann in dieser Gegend von Frankreich kaum einen Schritt tun, ohne auf Zeugnisse aus dieser Zeit zu treffen.
Überall gibt es noch immer deutsche Bunker, befestigte Stellungen und Bombentrichter, überall Gedenkstätten, Denkmäler und Gräberfelder der gefallenen Soldaten. Der Überfall der Deutschen auf Frankreich und seine Folgen sind hier allgegenwärtig und Teil des Lebens. Dazu tragen sicherlich auch die Tausenden Besucher aus den USA, Kanada und Groß Britannien bei, denen man auf Tritt und Schritt begegnet.
Man muss einmal an Omaha und Utah Beach gestanden haben um zu erfahren und zu begreifen wieviel Mut, Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft dazu gehört hat, aus den Landungsbooten ungeschützt über den Strand in das Feuer der gutbefestigten deutschen Maschinengewehre zu laufen.
Und man muss einmal vor so einem Gräberfeld gestanden haben, wo, soweit der Blick reicht, weiße Kreuze und vereinzelte Davidsterne in langen Reihen stehen. Jedes Kreuze und jeder Stern ein junger hoffnungsvoller Mensch, der sich hier geopfert hat.
Schon am ersten Tag der Invasion verloren zwischen 4400 und 6000 alliierte Soldaten ihr Leben, insgesamt werden 65000 Toten und 155000 Verwundeten gezählt.
Viele dieser Männer, die dort starben, kamen von weit her aus den USA und Kanada, d. h. sie lebten eigentlich weit weg vom Schuss.
Dennoch waren sie bereit in Europa zu sterben, damit wir hier heute in Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie leben können.
Der Tot unserer Väter und Großväter, die auch dort liegen, war dagegen umsonst, denn sie kämpften für Terror, Unterdrückung, Mord und Faschismus.
Wie die letzten Landtagswahlen zeigen, sind wir heute dabei, die Opfer dieser vielen Amerikaner, Kanadier, Engländer; Polen und Franzosen zu vergessen und zu verleugnen. Mit der AfD kann sich in Deutschland eine Partei ausbreiten, die über die Zeit des Dritten Reiches mit den abertausenden alliierten Toten von einem Vogelschiss sprechen lässt. So eine Partei muss bekämpft und ggf. verboten werden.
Und, zum schlechten Schluss, wir haben wieder einen Diktator in Europa, der glaubt das Recht zu haben, Nachbarländer mit einem Angriffskrieg zu überziehen. Und wieder sollten wir dankbar sein, dass die USA auch diesmal bereit sind, Demokratie und Freiheit in Europa zu verteidigen. Wer, wie Bernd Höcke, Sarah Wagenknecht und, natürlich viel größer und gefährlicher, Donald Trump die Ukraine auffordert das Knie vor Putin zu beugen, der hat aus der Geschichte nichts gelernt.